Erstaunlich, wie viele Fußballkrimis inzwischen geschrieben und auch veröffentlicht werden. Nach einigen Monaten, in denen ich mich nicht über die Neuerscheinungen informierte, habe ich heute versucht, mir einen Überblick über die neu erschienenen und zur EM 2008 erscheinenden Bücher zu machen. Da kam einiges zusammen, was ich anschließend im Buchladen meines Vertrauens bestellte. Leider befürchte ich, dass die Lektüre eher quälend sein wird. In den letzten Jahren hat sich der Fußallkrimi zwar beinahe schon als eigenes Genre entwickelt, doch vermisse ich die Qualität. Andererseits, warum soll in einem insgesamt boomenden Markt ausgerechnet diese Sparte für eine überdurchschnittliche Güte sorgen. Aber ich will den Tag nicht vor dem Abend schlecht machen. Jetzt ist erst einmal lesen angesagt. Alles weitere dann später an dieser Stelle.
Archiv für März, 2008
neuerscheinungen
31. März 20084. spitzenreiter
31. März 2008Schade, wieder eine gute Gelegenheit vergeben. Es ist auch dem Kommentar von www.fussballdaten.de, dass „Düsseldorf einmal wieder überraschend versagte“, zu widersprechen. So regelmäßig, wie die Rot-Weißen versagen, kann schon nicht mehr von Überraschung gesprochen werden. So wird es ganz eng mit dem Aufstieg in die 2. Liga. Zu bedenken ist nämlich auch, dass die Teams, die ich zu den engeren Aufstiegsaspiranten zähle (Oberhausen, Ahlen und Erfurt), allesamt ein wesentlich besseres Torverhältnis als die Fortuna aufweisen. Ich bin gespannt, wie sich die Truppe in Lübeck schlägt. Für den VfB ist zwar klar, dass er maximal in der kommenden Saison viertklassig spielen darf. Aber ob er die drohende Insolvenz durch seine vielen Retter-Kampagnen tatsächlich abwenden kann, ist noch längst nicht sicher. Ich wünsche auf jeden Fall viel Erfolg dabei.
paul janes 1.
24. März 2008Vor zweieinhalb Jahren wurde mein Buch ‘Alles andere ist nur Fußball’ im Verlag Die Werkstatt veröffentlicht. Mittlerweile sind gut 3.000 Exemplare verkauft und ich bin von Berlin nach Hamburg gezogen. Auch wenn eine Neuauflage noch nicht zur Diskussion steht, so will ich die Zeit nutzen, zusätzliche Recherchen zu machen. Da bietet sich vor allem Paul Janes an. Der war nämlich laut eigener Aussage (Entnazifizierungsfragebogen) von Dezember 1940 bis zum Ende des 2. Weltkrieges in Wilhemshaven und Brunsbüttelkoog als Marinesoldat stationiert. Während dieser Zeit spielte er für Wilhelmshaven und den HSV. Ich werde also einfach die räumliche Nähe nutzen und versuchen rauszufinden, was er tatsächlich in jenen Jahren getrieben hat.
Das scheint jedoch gar nicht so leicht zu sein. Der HSV verfügt noch nicht mal über ein Foto, was Janes im Trikot mit der Raute zeigt. Trotzdem haben die Hamburger im vergangenen Jahr eine sehenswerte Ausstellung zum Thema Die Raute unter dem Hakenkreuz auf die Beine gestellt. Außerdem antwortete mir die ‘Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht’ auf meine 1. Anfrage zu Paul Janes: „In unseren archivierten Unterlagen konnte eine Wehrmachtszugehörigkeit des oben genannten nicht festgestellt werden.“ Irgendetwas scheint da nicht so richtig zu stimmen. Ich bleibe am Ball.
Aber vielleicht ergeben sich ja kurzfristig noch ganz andere Perspektiven. Es wird nämlich die Gründung einer Projektgruppe zum Thema ‘Fortuna unter dem Hakenkreuz’ diskutiert. Wahrscheinlich lassen sich durch dieses Projekt Lücken füllen, die mein Buch aufweist. Bin mal gespannt, wie das weitergeht.
2. spitzenreiter
24. März 2008Zugegeben, der Zug gegen Dresden war nicht so gut. Aber immerhin drei Punkte in Verl geholt. Nächstes Wochenende bin ich hoffentlich beim nächsten Dreier für die Fortuna dabei. Zur Klarstellung: Ich bin beim Spiel, nur ob das mit dem Sieg klappt, wer weiß das schon. Ich auf jeden Fall nicht. Nach gefühlten 95 Jahren als Anhänger dieses Vereins habe ich mir eine gewisse Skepsis bewahrt. Dennoch, alles andere als ein Aufstieg wäre für’n Arsch.
In dem Zusammenhang fällt mir noch was ganz anderes ein. Ich war am Samstag bei einer Veranstaltung der Kabarettistin Lisa Politt im Hamburger
POLITTBÜRO. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, bei dem der eine oder andere böse Gedanke geäußert wurde. Haften geblieben ist auf jeden Fall der Satz: „Anglizismen sind das Geschwür am Arsch der Grammatik.“
zugzwang
17. März 2008Die Regionalligaresultate des vergangenen Wochenendes bringen Fortuna in Zugzwang. Alle Verfolger gewannen, sodass die Rot-Weißen nunmehr selber als Verfolger gelten. Aber eigentlich befinden sich beide Clubs, die sich am Mittwoch in der LTU arena gegenüberstehen, im Zugzwang. Denn eine Niederlage der Dresdener würde sie im Aufstiegsrennen zumindest vorübergehend zurückwerfen. Vielleicht ist Fortuna ja mit dem Ex-Dynamo-Trainer im Vorteil und Coach Norbert Meier fällt das entscheidende Zugwechselmanöver ein. Anschließend dürfte sich die Fortuna wieder als Tabellenführer feiern lassen. Das wäre schön, aber auch etwas ungewöhnlich. Schließlich hat Fortuna schon im letzten Spiel in Hamburg einen Big Point gelandet und zwei Big Points (genauer gesagt: zwei wichtige Siege) hintereinander zu machen, wäre eher ungewöhlich für diesen Verein. Aber da es Fortunas Aufstiegssaison ist, warum eigentlich nicht.
*arena
10. März 2008Das war in der Hamburger *arena schon was anderes als auf Platz 11. Obwohl der Name der Arena doch etwas zungenbrecherisch rüberkommt. Aber das wird sich irgendwann auch wieder ändern. Wir wäre es mit: Schwarz-Grün-Arena?
Auf jeden Fall: Fortuna steht nach einem niemals gefährdeten Sieg auf Platz 1 der Regionalligatabelle. Damit ist der Aufstieg und die Abwendung von Platz 11 in durchaus greifbare Nähe gekommen. Wetten auf einen Aufstieg nehme ich aber nicht an. Schließlich geht es um Fortuna Düsseldorf, und die können alles. In den vergangenen Jahren hieß ‘alles’ zumeist ‘nichts’, so dass ich in dieser Angelegenheit eher vorsichtig bin. Meine Horrorvorstellung wäre übrigens, Fortuna qualifiziert sich sportlich für die 2. Liga, erhält aber keine Lizenz. Aber mit Lizenzproblemen haben ja viele Clubs zu kämpfen. Ich bin mal gespannt, ob sich Kurt Beck zum Retter des 1. FC Kaiserslautern aufschwingt. Das könnte seine Sympathiewerte zumindest in der Pfalz ein wenig anheben.