liste der favoriten, teil 3 (vautrin)

17. November 2009

Eben vor dem Bücherregal.  Suche nach einem noch nicht gelesenen Krimi.  Fing ‘Die Frau im Pelzmantel’ von Martha Grimes an – ging gar nicht. Das Buch flog schon nach wenigen Seiten in die Ecke. Kurz und schmerzlos.

Ich hatte allerdings immer noch nichts zu lesen. Ich schwankte: Vielleicht was von Elizabeth George? Ebenfalls noch ungelesen? Wahrscheinlich keine gute Idee so direkt nach David Peace (da komme ich in einem späteren Beitrag noch zu). Weiterhin unschlüssig, unleidlich. Bis ich auf einen alten, dafür aber recht schlanken Schinken kam:

„Er hieß Hippo – wie Hippolyte.

Er war schizo – wie schizophren.“

So lässt Jean Vautrin seinen 1974 erstmals erschienenen Krimi ‘Billy-ze-Kick’ beginnen. Ich habe ihn viele Jahre nicht mehr gelesen und kann daher nicht sagen, ob er mir immer noch so gut gefällt wie bei der ersten Lektüre. Aber allein weil er sich mir mit diesem ziemlich abgedrehten Werk ins Hirn eingegraben hat, gebührt Vautrin ein Platz auf der ‘Liste der Favoriten’.


alles andere ist nur fußball – das buch

16. November 2009

Es ist soweit. Am Wochenende erhielt ich ein erstes Belegexemplar und laut amazon.de gibt es das „Standardwerk“ (RP) zur Fortuna ab dem 18. November käuflich zu erwerben. Ich bin gefragt worden, was ist eigentlich neu an der überarbeiteten Neuauflage. Hier ein kurzer Überblick in Stichpunkten:

- Korrektur vorhandener Fehler

- Ergänzung der rot-weißen Entwicklung seit der Saison 2005/06 bis ca. August 2009

- Ergänzung der Statistik bis einschließlich der Saison 2008/09 (vielen Dank an Marco Langer)

- Zusätzliche Spielerportraits

- Zusätzliche Fotos + Illustrationen

- Aktualisierung etlicher Kapitel / Einwürfe

- Ganz neues Faninterview zum Thema Exilfans (mit rheintochter und anutrof, siehe vorab auch hier).

- Umfangreiche Erweiterung des Themas ‘Schreiben über Fortuna’ (u.a. neue Krimis, ausführliches Portrait des ‘Schlossturm’, DiFo/95erForum)

Kritik, Anregungen, Wünsche etc. gerne an mich. Dies hat mir auch bei der Überarbeitung der Erstauflage sehr geholfen.

Ansonsten freue ich mich auf meine kleine Lesereise im Dezember. Dessen Termine und Orte stehen  zwar noch nicht alle fest, aber wenigstens das Motto: Nie wieder Platz 11.


alles andere ist nur fußball – lesung

8. November 2009

‘Mein’ Heimspiel beim FC St. Pauli haben die Gelb-Grauen, pardon, die in gelb-grau spielenden Rot-Weißen, leider verloren. Ich bin aber immer noch davon überzeugt, dass Meier und Werner eine ausgezeichnete Mannschaft zusammengestellt haben, die (hoffentlich) nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird.

Inzwischen gibt es neue Informationen zur ersten Präsentation der Neuauflage von ‘Alles andere ist nur Fußball’ in Düsseldorf, siehe hier. Kurz nach dieser Veröffentlichung hat auch noch die ‘Torwartlegende’ Georg Koch zugesagt. Ich kenne ihn zwar eher als ‘Schorsch’ denn als ‘Geo’, aber das wird sich am 3. Dezember bestimmt klären lassen. Ich freue mich auf den Abend.


alles andere ist nur fußball – neu

26. Oktober 2009

Es ist soweit: Diese Woche geht die überarbeitete Neuauflage des Fortuna-Buches ‘Alles andere ist nur Fußball’ in den Druck. Das heißt, sie wird Ende November/Anfang Dezember in den Buchläden der Republik erhältlich sein. Als kleinen Vorgeschmack stelle ich an dieser Stelle schon einmal das neue Cover vor:

cover1

Eigentlich sollte das Bild farbig sein, aber hier bin ich mal wieder an meine technischen Grenzen gestoßen.

Ich werde das auf 544 Seiten angewachsene Buch am 3. Dezember 2009 in der Trinkhalle in Düsseldorf-Flingern vorstellen (Uhrzeit und Programm wird noch mitgeteilt). Gerne würde ich am 12./13. Dezember eine kleine Lesung in Berlin und um den 19./20.  Dezember eine in Hamburg durchführen. Über Vorschläge, wie und wo das in Hamburg ablaufen könnte, wäre ich sehr dankbar. Ich bin hier nämlich immer noch nicht so richtig angekommen.


liste der favoriten, teil 2 (sallis)

12. Oktober 2009

Obwohl sein letzter in Deutschland veröffentlicher Krimi ‘Dunkle Schuld’ eher nicht so richtig gut bei Krimi-Coach.de besprochen wird (ich selber habe das Buch noch nicht gelesen), so zählt James Sallis auf jeden Fall zu meinen Lieblingsautoren. Dabei gefallen mir insbesondere seine Noir-Thriller jenseits seiner in New Orleans angesiedelten Lew Griffin-Krimis. Sallis beeindruckt in ‘Deine Augen hat der Tod’ und ‘Driver’ vor allem durch seinen Minimalismus, der von erstaunlichem Tiefgang ist. Die auf den ersten Blick leichte Lektüre hat es in sich. Sallis entwickelt eine Wucht, die ihresgleichen sucht. Für den im Jahre 2007 erschienenen Krimi ‘Driver’, der 2005 unter dem Originaltitel ‘Drive’ erstmalig veröffentlicht wurde, erhielt er 2008 den Deutschen Krimi Preis als bester internationaler Krimi.

Problematisch ist im Übrigen, dass solche Krimis oft nur in einer klitzekleinen Auflage erscheinen und schnell vergriffen sind. Sie werden zwar gerne Jahre später von einem anderen Verlag wieder veröffentlicht, doch dann muss auf den Originaltitel geachtet werden, weil den deutschen Ausgaben gerne ein neuer Titel verpasst wird.


fortuna und die gute figur

6. Oktober 2009

Auch wenn noch nicht alles gelingt, so z.B. ein durchaus möglicher Sieg bei Greulich Fürth, so macht die Fortuna der Saison 2009/10 eine durchaus gute Figur. Dies war auch schon Ende 1937 der Fall, zumindest in den Augen des Karikaturisten der Fußball-Woche. Am Ende der Saison 1937/38 belegte die Fortuna den dritten Platz im Kampf um die deutsche Meisterschaft. In dieser Saison würde mir ja schon der Klassenerhalt voll und ganz reichen.

File2187Eine eher klägliche Figur gibt hingegen die alte Dame Hertha ab, damals wie heute.

Die Karikatur ist übrigens dem sehr lesenswerten Buch von Daniel Koerfer ‘Hertha unter dem Hakenkreuz’ (Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2009) entnommen. Bei der Fortuna nimmt die Planung hinsichtlich eines solchen Vorhabens inzwischen auch konkretere Formen an. Am 17. Oktober trifft sich erstmalig eine Projektgruppe zum Thema: Fortuna unter dem Hakenkreuz.


liste der favoriten, teil 1 (sjöwall/wahlöö)

14. September 2009

Ich bin gebeten worden, eine Liste der besten fünf Krimis aufzustellen. Das haut so nicht hin. Es gab und gibt immer wieder neue Lieblingskrimis. Ich werde daher an dieser Stelle zunächst einmal zehn Krimis bzw. deren AutorInnen  vorstellen, die ich für besonders bemerkenswert halte.

Ich fange mit den beiden an, denen ich die weitere Krimilektüre zu verdanken habe: Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Das schwedische Autorenpaar erfand in ihrem zehnbändigen Krimizyklus, den sie Roman über ein Verbrechen nannten, nicht nur die Person des Kommissars Martin Beck. Ihre gesellschaftskritischen Kriminalromane, die in Schweden zwischen 1965 und 1975 erschienen, unterschieden sich auch wohltuend von den deutschen Krimis jener Jahre (und nicht nur jener). Trotz teilweise beißender Sozialkritik kam beim schwedischen Duo nur selten der bei deutschen Krimiautoren allzu oft anzutreffende erhobene sozialdemokratische Zeigefinger zum Vorschein.

Ich las die Krimis Mitte der 80er Jahre während meines Studiums an der FU Berlin. Einige Sätze meines Lieblingsbands ‘Verschlossen und verriegelt’ haben es sogar in meine Diplomarbeit (es ging um Beschäftigungsmöglichkeiten von SozialhilfeempfängerInnen) geschafft. Mit Sjöwall/Wahlöö war der Grundstein für ein bis heute anhaltendes Interesse an Kriminalromanen gelegt.

Fortsetzung folgt.


alles andere ist neu

3. September 2009

Geschafft. Eben habe ich die letzten eigenen Zeilen geschrieben und die letzte Datei von Marco Langer erhalten. Die Basis für die Neuauflage von „Alles andere ist nur Fußball. Die Geschichte von Fortuna Düsseldorf“ steht. Es gibt selbstverständlich neue Saisonkapitel und eine neue Statistik. Daneben sind fast alle Artikel, sofern notwendig und aus eigener Kraft möglich, aktualisiert worden.  Es gibt tolle neue Fotos (nicht nur) von Cristof Wolff, einige weitere neue Illustrationen und zusätzliche Spielerportraits. Das alles auf voraussichtlich 544 Seiten. Erscheinungstermin wird, wenn alles klappt, Anfang Dezember sein. Ich freue mich schon drauf.


altersstarrsinn

17. August 2009

Sieht man sich an, welche Preise Marcel Reich-Ranicki schon alle erhalten hat, kann man nur sagen: Hut ab. Zugegeben, ich habe gar keinen Hut, aber dennoch, Respekt. Trotzdem frage ich mich, gelten für verdiente Literaturpäpste eigentlich andere Spielregeln als für normal Sterbliche? Gestern beantwortete er unter der Rubrik „Fragen Sie Reich-Ranicki“, die regelmäßig in der FAS erscheint, eine Frage von Markus Soworka zur literarischen Qualität von Kriminalromanen. Nach einer generellen Ablehnung dieses Genres verbat er sich, ihm künftig Fragen zur Trivialliteratur zu stellen.

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Diese Aussage ist zweifelsfrei richtig, denn es hat doch keinen Sinn, Fragen an Reich-Ranicki zu stellen, die er gar nicht beantworten kann. Anscheinend endet sein Verständnis zum Kriminalroman (sofern er überhaupt eins hat) bei einer Aussage von Thomas Mann – und der ist immerhin schon über 50 Jahre tot. Ich fänd es zu schön, wenn Thomas Pynchon den nächsten Nobelpreis für Literatur erhielte. Schließlich handelt es sich bei seinem zuletzt veröffentlichten Werk ‘Inherent Vice’ um einen Kriminalroman. Und von Herrn Reich-Ranicki wünsche ich mir, dass er sich hin und wieder einen Spruch von Dieter Nuhr zu Herzen nimmt: „Wenn man keine Ahnung hat. Einfach mal Fresse halten.“ Aber Nuhr ist für Reich-Ranicki wahrscheinlich auch zu trivial, als dass man ihm damit kommen könnte.


schmutzige trikots

17. August 2009

Am 16. August stand das Kellerduell in der Hamburger Oberliga zwischen Barmbek-Uhlenhorst (BU) und dem Aufsteiger VfL Lohbrügge auf dem Programm. Austragungsort: Der Rupprechtplatz, auch Anfield genannt. Das Spiel endete bei schönstem Sommerwetter mit 1:1, was keinem der beiden Teams half. Dennoch, die Stimmung unter den Zuschauern war ausgezeichnet und friedlich. Keine Polizeipräsenz, Bier aus Gläsern oder Flaschen, eine Bratwurst von Grill. Das hatte was. Das gilt auch für die Philosophie des neuen BU-Trainers Frank Pieper.  Er erklärte sie dem geneigten Publikum im Rahmen eines Interviews für die Stadionzeitung ‘BU AKTUELL’. Das heißt übrigens wirklich ‘Stadionzeitung’ – kein Scherz. Doch zurück zu philosophischen Themen. Für Pieper ist die Grundvoraussetzung, die ein BU-Spieler mitbringen muss, die „Leidenschaft. (…) Für BU zu spielen heißt, aggressiv zu spielen, ein schmutziges Trikot zu tragen und kaum noch Luft zum Atmen zu bekommen.“ Ich finde, das ist eine tolle Ansage an seine Jungs. Bleibt die Frage: Wer ist eigentlich für die dreckige Wäsche zuständig?