nie wieder platz 11

Juli 13, 2009

Da ich geringfügig angemeckert wurde, dass ich noch keinen Eintrag zum Aufstieg der Fortuna in die 2. Bundesliga gemacht habe, hier ist er: NIE WIEDER PLATZ 11!

Alles andere gibt es dann in der Neuauflage von ‘Alles andere ist nur Fußball’, die (hoffentlich) noch dieses Jahr in die Buchläden kommt, zu lesen. Ich arbeite auf jeden Fall mit Hochdruck an der Überarbeitung. Wünsche für Lesungen bitte rechtzeitig an mich!

Zum Schluss noch ein kleines Bild aus dem Urlaub verbunden mit der Frage: In welcher Stadt wurde das Foto aufgenommen?

fortunagasse

We meint, die richtige Antwort zu wissen, bitte melden. Der Sieger oder die Siegerin erhält ein handsigniertes Originalfoto. Wer falsch rät, verpflichtet sich, mir ein handsigniertes Foto von sich zu schicken.


fortuna-kult

Juni 21, 2009

Ich nehme mir heute an der SpreeElite ein Beispiel, die in ihrem gestrigen Telekolleg-,  ich meine Blogeintrag, so herrlich verständlich das Fortuna-Brötchen erklärt. Bei mir geht es um den Fortuna-Kult, den ich mit den klaren und verständlichen Worten des allseits geschätzten Philosophen Peter Sloterdijk vorstellen möchte:

“Die Arena römischen Typs ist eine Kultstätte der Grausamkeit, die gleichzeitig der Glücksgöttin unterstellt ist – man sollte nicht vergessen, dass die Fortuna als Patronin der Gladiatoren debütierte. Nicht umsonst haben die mittelalterlichen Menschen Fortuna, die launische Herrin der Unzuverlässigkeit, gehasst und gefürchtet, während die Menschen der frühen Neuzeit gelernt haben, Fortuna wieder zu lieben. Wir bewundern sie, weil sie die Göttin ist, die uns lehrt, mit dem zu spielen, was mit uns spielt. Deswegen ist der Ball das Zentralsymbol der Moderne.

Der neuzeitliche Mensch muss mit dem spielen, was mit ihm spielt, und die grösste aller Kugeln, die mit uns spielt, ist die Erde selbst. Das ist der tiefere Sinn aller Globalisierung: Die Moderne ist wesenhaft Globuszeit. Die neue Kugel taucht im 16. Jahrhundert nicht mehr nur als imperiales Kosmos-Symbol auf der Hand des Kaisers auf (wie der alte Reichsapfel), man sieht jetzt Könige, die ihre Hand auf den Erdglobus legen. Dieses Spiel mit einem Ball, den man nie festhalten kann, ist das eigentliche Kugelspiel der Moderne. Der moderne Fussball, mit seiner Faszination durch das rollende Objekt, ist ein Fortuna-Kult typisch moderner Art. Der Ball steht für eine Ungerechtigkeit, die wir nicht entbehren wollen: die Ungerechtigkeit des Glücks.”

Ich erlaube mir, lieber Peter Sloterdijk, an dieser Stelle eine kurze Zusammenfassung, die da heißt: Die Menschen haben wieder gelernt, Fortuna zu lieben. Der moderne Fußball ist ein Fortuna-Kult. Ich hoffe, ich habe das so richtig verstanden. Wer den ganzen philosphischen Text lesen will, klicke hier.


alles andere ist nur fußball

Juni 16, 2009

Wofür ein Aufstieg doch alles gut ist.  Im Fall der Fortuna bedeutet das nicht nur, dass ich in der kommenden Saison ein ‘Heimspiel’ haben werde und nicht nach Bremen zu Platz 11 fahren muss. Er bringt auch die Neuauflage des derzeit vergriffenen Buches ‘Alles andere ist nur Fußball’ mit.

Einzelheiten kann ich leider noch nicht verkünden, da mir selber noch nicht alle Informationen vorliegen. Ich hoffe aber, dass es mit einer Veröffentlichung bis Ende November klappt. Dann stehe ich auch gerne für Lesungen in allen Metropolen der Welt (wie Düsseldorf, Hamburg und Berlin) zur Verfügung. Buchungsanfragen nehme ich gerne entgegen.


5:5 oder ‘hoffnung ist besser als nichts’

Mai 11, 2009

Ich bin in Hamburg an- und emotional auch wieder größtenteils runtergekommen. Was war das für ein Spiel. Hoffentlich stehen die Rot-Weißen am Ende der Saison nicht als Tabellenvierter da. Zutrauen würde ich es ihnen ja.

Aber noch mal zur gestrigen Begegnung. Zugegeben, es ist mehr als bitter so ein Spiel zu verlieren. Viermal geführt, viermal das Unentschieden kassiert. Zugegeben, die Leistung der Abwehr war nicht wirklich gut – wohlwollend formuliert. Die Leistung der Stürmer hätte auch besser sein können – ich denke da vor allem an die Gelegenheit zum 5:3. Aber dennoch, das ist Fußball, wie er kaum intensiver zu erleben ist. Und dafür lasse ich auch einmal zwei Punkte liegen. Alle, die bei diesem Spiel waren, werden das nie vergessen.

Vor zwei Wochen war ich bei einer anderen Partie. Das Ergebnis war 0:0. Da wird in 14 Tagen schon kein Mensch mehr drüber reden, obwohl die Fortuna auch in Wuppertal vergessen hat, drei Punkte mit nach Düsseldorf zu nehmen. Es war ein Spiel zum Vergessen.

Also, der Sonntag war zwar nicht so erfolgreich, aber unvergesslich. Außerdem ist der Aufstieg immer noch möglich. Wir sehen uns: Wenn nicht in Aalen, dann in Düsseldorf gegen Bremen II. “Denn Hoffnung ist besser als nichts.” (Willy Vlautin)


millerntor in hamburg

April 13, 2009

Ähnlich wie Felix, der sich als Fortune in Hamburg aufhielt und ein Spiel des FC St. Pauli besuchte, erging es mir gestern (als in Hamburg lebender Fortune). Nach dem Spiel St. Pauli gegen MSV Duisburg, das St. Pauli mit viel Glück in der Nachspielzeit noch zum Unentschieden wenden konnte, stand ich mit einem Astra in der Hand hinter der neuen Südtribüne, genoss die Sonne und die Aussicht auf die Tribüne.  Ein neben mir stehender Pauli-Fan erkannte den Genießer in mir und fragte:  “Ist die nicht schön?” Ich musste ihm Recht geben: Die neue Tribüne ist wirklich schön. Außerdem hat sie Stehplätze! Kurz darauf, die Astraflasche war leer, überfiel mich jedoch eine große Traurigkeit, denn ich musste an die ‘Arena des Grauens’ denken, in denen die rot-weißen Fortunen ihre Heimspiele absolvieren müssen. Doch wenn der Aufstieg in die zweite Liga gelingt, heißt es in der kommenden Saison am Millerntor: FC St. Pauli – Fortuna Düsseldorf. Da hellte sich meine Miene gleich wieder auf.


arena in düsseldorf

März 22, 2009

Seit einigen Jahren sind nicht mehr allzu häufig Berichte über Düsseldorf und die Fortuna in überregionalen Medien zu finden. Und wenn das doch mal der Fall ist, handelt es sich meistens um Geschichten aus der Abteilung ‘Pleiten, Pech und Pannen’. So zum Beispiel bei der kläglich gescheiterten Ehrung des legendären Torwarts Toni ‘Fußballgott’ Turek. Da hat es Paul Janes schon besser. Wenigstens ist das nach ihm benannte Stadion tatsächlich vorhanden – auch wenn es im Schatten einer Mülldeponie steht.

Der von mir geschätzte und in bestimmten Lebenslagen gern zitierte  Christoph  ‘Wenn du am Spieltag beerdigt wirst, kann ich leider nicht kommen’ Biermann beschreibt in der taz-Ausgabe vom 19.3.2009 unter dem Titel Stadion des Grauens die Eindrücke, die ihn beim Anblick der Düsseldorfer Arena quasi überwältigen. Seine Ansicht passt nur zu gut zur neuen Kampagne der Fortunafans für Stehplätze in der Arena: ‘Stonn Op!’

Noch eine kleine Anmerkung: Wer sich mit dem ‘Fußballgott’ und dem ‘Stadion des Grauens’ befasst, wird immer wieder auf einen Namen stoßen: Joachim Erwin. Möge er in Frieden ruhen.


paul janes 8.

Januar 3, 2009

Das letzte Jahr endete nicht schlecht. Ich bekam die Zusage vom Verlag Die Werkstatt zum Schreiben der Janes-Biografie. Dieses Jahr begann ebenfalls nicht schlecht. Die RP hat einen kleinen Artikel von mir über Janes’  Zeit in Wilhelmshaven veröffentlicht.

Inzwischen habe ich auch die Auskunft der ‘Deutsche Dienststelle’ über seinen militärischen Werdegang erhalten. Demnach war Paul Janes unter anderem ‘Befehlsempfänger’. Ja was denn sonst, frage ich mich? Der war ja schließlich beim Militär und nicht beim Deckchensticken!


angriffsfußball

Dezember 22, 2008

Mehr als eine halbe Saison hat die 3. Liga nun hinter sich gebracht. Die Fortuna belegt den eher enttäuschenden 4. Platz, was am Saisonende den erneuten Nicht-Aufstieg bedeutete. Aber noch ist Zeit und es sind noch viele Punkte zu holen.

Am liebsten wäre mir das natürlich mit erfrischendem Angriffsfußball. So wie ihn, nein, jetzt kommt nicht das inzwischen allgegenwärtige H-Wort, die Trainerlegende Béla Guttmann in seinen besten Jahren spielen ließ.  Mit einem berauschenden Offensivfußball wurde zum Beispiel 1962 das von ihm trainierte Team von Benfica Lissabon Europapokalsieger gegen die Favoriten von Real Madrid. Die Portugiesen, bei denen Eusébio zu Anfang seiner großen Karriere stand, krempelten in einem 90-minütigen Angriffswirbel einen 0:2- und einen 2:3-Rückstand gegen die alten Realstars Puska und di Stefano in einen 5:3-Erfolg um. So hätte auch Fortuna auf Platz 11 gewonnen, zwangsläufig. Aber von Angriffswirbel war da rein gar nichts zu sehen. Doch die Leistung in Paderborn hat mich wieder etwas optimistischer gestimmt. Also heißt es nach wie vor: AUFSTIEG!

Wer weitere Informationen zu Béla Guttmann haben möchte, dem kann ich nur die Lektüre der beeindruckenden Guttmann-Biografie von Detlef Claussen mit dem Titel: Béla Guttmann. Weltgeschichte in einer Person, empfehlen. Das Buch ist 2006 im Berenberg Verlag erschienen.


7:1

Dezember 2, 2008

7_1

gefunden bei Peter Hein: Geht so. Wegbeschreibungen, Düsseldorf 2007


fritzle oder die begegnung der dritten art

Oktober 27, 2008

Sonntag, früher Nachmittag, 30 Minuten vor dem Anpfiff der Begegnung VfB II vs. Fortuna I. Ich stand mit einer Ex-Kollegin aus Stuttgart (VfB-Dauerkarteninhaberin) am Spielfeldrand des GAZI-Stadions in Stuttgart-Degerloch. Die Sonne schien, wir plauderten über alte und neue Zeiten und über die Finanzmarktkrise. Dabei sahen wir den gewöhnungsbedürftigen Aufwärmübungen der Stuttgarter Ergänzungsspieler zu. Plötzlich und unerwartet umarmte mich von hinten eine Art Marsmännchen, denn ich konnte nur grüne Arme erkennen. So ungefähr muss sich eine Begegnung der dritten Art anfühlen, dachte ich.  Meine Begleiterin fing jedoch an, schallend zu lachen. Dann konnte es wohl nicht so schlimm sein. Und tatsächlich, mich hatte lediglich das Fritzle in seinen Fängen. Ich schüttelte es ab, weil ich mir solche Art von Umarmungen noch nie gewünscht hatte (und bis zu diesem Moment ist auch noch kein anderes Maskottchen so nahe an mich rangekommen, Ehrenwort). Das Fritzle amüsierte sich auf jeden Fall köstlich – auf meine Kosten. Daraufhin warnte ich es: Zur Strafe für dieses unehrenhafte Verhalten nehmen die Fortunen die drei Punkte mit. Es hat tatsächlich gewirkt. Nach dem Spiel schien immer noch die Sonne, die Düsseldorfer Fans hatten allen Grund zum Feiern und das Fritzle ward nicht mehr gesehen.